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FRÜHLINGSZEIT = WEIDEZEIT

Jetzt im Frühjahr beginnt wieder die Weidesaison und mit ihr eine neue Futtersituation für unsere Pferde.

 

Abrupte Änderungen auf dem Speiseplan unseres Pferdes ist von der Natur aus nicht vorgesehen und kann dramatische Folgen haben. Obwohl die Risiken des abrupten Wechsels von Heu- bzw. Heulage zu Weidengras bei Pferdehaltern allgemein bekannt sind, gibt es immer noch viele Ställe die ihre Tiere am ersten Frühlingstag quasi von jetzt auf gleich auf die Koppel stellen. Das solche prompten Futterumstellungen äußerst gefährlich sind, beweisen die für diese Jahreszeit typischen Erkrankungen wie Hufrehe, Myopathien (Muskelerkrankungen) , Koliken, Darmentzündungen, Durchfälle und Kotwasser.

Der Darm des Pferdes ist mit seiner Bakterienzusammensetzung auf Winterfütterung in Form von Rauhfutter eingestellt. Durch die veränderte Futtersituation ändert sich das Darmmileu was weitere Stoffwechselerkrankungen aufgrund von Endotoxinen nach sich zieht. Daher das Pferd beim Anweiden immer vorher mit Heu satt füttern (kein Kraftfutter) und die Weidezeit langsam steigern. (Startzeit 5 Minuten und dann langsam in 5 Minuten Schritten bis zu einer Stunde steigern.)Bei auftretendem Durchfällen Steigerung unterbrechen und Heu füttern. Bei kalten Nächten und sonnigen Tagen steigt die Fruktan-Konzentration im Gras. Daher gefährdete Pferde im Paddock oder nur ganz kurz auf die Weide lassen. Empfindliche Tiere nach solchen Unterbrechungen vorsichtig neu anweiden. Nahrungskarenzen über 5 Stunden sollten unbedingt vermieden und die Mineralfutterration in der Weidezeit angepasst werden.

 

Um Festzustellen ob eine Dysbakterie vorliegt oder bei Verdacht auf einen Pilzbefall wird empfohlen ein Darmflora-Screen aus einer Kotprobe durchführen zu lassen. Dieses umfasst die gram-positive und -negative Keimflora, den pH-wert, Gasbildner, Pilze und pathogene Keime. Vor der Weidezeit steht in den meisten Ställen die antiparasitäre Behandlung in Form einer Wurmkur an. Viele Parasiten wie z. B. Die Strongyliden, die beim Pferd am Häufigsten vertreten, sind bilden mittlerweile Resistenzen gegen die gängigen Wurmmittel und machen diese somit unwirksam. Von der Belastung der Darmflora des Pferdes durch die chemischen Wurmmittel ganz zu schweigen (Kolikgefahr!). Um festzustellen ob eine Wurmkur überhaupt nötig ist empfehlen wir daher das McMasterverfahren aus einer Sammelkotprobe. Hier werden die Parasiteneier pro Gramm Kot ermittelt. Dadurch lässt sich genau sagen (in Abklärung der klinischen Symptomatik) ob ein Befall da ist und ob dieser gravierend hoch ist das entwurmt werden muss, oder ob alternativ (in Form von Wurmkräutern) behandelt werden kann.

 

Was man bei der Weidesaison noch beachten sollte ist das die Blütezeit von giftigen Pflanzen wie z. B. Jakobskreuzkraut und der Herbstzeitlose anfängt. Jakobskreuzkraut wird auf Grund des bitteren Geschmacks zwar von den Pferden gemieden, jedoch getrocknet in Form von Heu aufgenommen, was die Sache sehr gefährlich macht. Bereits 50 g Blätter der Herbstzeitlose sind für Pferde tödlich! Bei Vergiftungsverdacht empfehlen wir die Leberwerte über eine Vollblut- oderSerumprobe in Form eines Gesundheits- oder Leberscreens kontrollieren zu lassen.

(Quelle: Vetscreen)

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