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Ross und Reiter auf schwierigen Pfaden

In Kirchberg ist ein „“Extreme-Trail-Park“ geplant. Gemeinderat stimmt Projekt zu. Für eine ungewöhnliche Reitanlage machte jetzt der Kirchberger Gemeinderat den baurechtlichen Weg frei: Eine Bürgerin aus Lendsiedel möchte auf einem rund 10.000 Quadrameter großen Areal in der Nähe der Jugendherberge an der „Alten Sulz“ einen sogenannten „Extreme-Trail-Park“ realisieren. Die Bauherrin trägt zudem sämtliche Kosten für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der vom Stadtparlament einhellig beschlossen wurde. Mit einem „normalen“ Reiterhof hat die geplante Anlage bis auf die Pferdeboxen nicht vielgemein. Das Fachmagazin „Western Horse“ definiert ein solches Trainingsgelände für Rösser und ihre Reiter so: „Extreme Trails sind Parcours mit natürlichen oder entsprechend nachgebauten Hindernissen. Im Sprung zu bewältigende Hindernisse sind nicht vorgesehen. Der besondere Schwerpunkt liegt auf der Art und Weise, wie das Pferd sich durch den Kurs denkt, auf exakten Bewegungen und präzisem Reiten.“ Geschult wird also das instinktive Wissen der Pferde.

Ursprünglich sollte das Projekt auf zwei landwirtschaftlich genutzten Flächen neben der alten Straße nach Gaggstatt realisiert werden. Das Landratsamt winkte aber schon im Vorfeld ab: Die Areale liegen in einem Landschaftsschutzgebiet, und eine Befreiung von der einschlägigen Verordnung komme auch nach Ansicht des Regierungspräsidiums nicht in Betracht. Keine Probleme sehen die Behörden dagegen mit alternativen Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft, die außerhalb des Schutzgebietes liegen. Das Stadtparlament war von dem Vorhaben durchaus angetan. Bedenken gab es lediglich in Sachen Parkplätze und Zufahrt über die schmale Gemeindeverbindungsstraße, die eines Tages vielleicht erneuert oder verbreitert werden müsste. Bürgermeister Stefan Ohr verwies darauf, dass Stellplätze in ausreichender Zahl ausgewiesen werden müssen und die Kostenübernahme bei einer Straßensanierung durchaus Bestandteil eines städtebaulichen Vertrages sein können, der mit der Bauherrin geschlossen wird. Derzeit werde auch ein artenschutzrechtliches Gutachten erstellt. Die Bauamtsleiterin Almuth Bantzhaff rechnet damit, dass an einem Wochenende maximal zehn Pferdetransporter die Reitanlage ansteuern werden: „Einen Freizeitpark mit jeder Menge Halligalli gibt es dort jedenfalls nicht.“

(Quelle: https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/lk-schwaebisch-hall/ross-und-reiter-auf-schwierigen-pfaden-23447501.html)

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